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So kam ich zur Marke NSU

Als kleines Kind, na sagen wir auch schon als Baby hatte mein Vater nichts besseres zu tun als mich und meinen Bruder zu Autorennen mitzunehmen. Alles fing mit Slalom hier in der heimischen Lipperlandkaserne an. Es ging dann weiter über das berüchtigte Sauerlandbergrennen in Nuttlar, welches ja sogar in manchen Jahren als Endlauf zur Deutschen Rennsportmeisterschaft, vergleichbar mit der DTM heute gewertet wurde.

Hier Dieter Rotter aus Lüdinghausen, später auf Alpine A 110 aktiv

Hinter dem Sauerlandbergpreis stand natürlich unter anderem die Warsteiner Brauerei, die mit hohen Siegesprämien dafür sorgte das Leute wie Hans Joachim Stuck, Keke Rosberg oder Reinhold Joest hier im Sauerland mit von der Partie waren. Ich erinnere mich noch an den Liqui Molly Porsche 935 und auch den 936 aus dem Hause Joest. Genau wie an den Bosch Porsche 917 Turbo, der hier mit heruntergeregelten Dampfrad mit etwa 900 Ps von den zur Verfügung stehenden 1200  ebenfalls die Startlinie bevölkerte. Bei den Tourenwagen waren es die infernalisch lauten BMW M1 Sauger oder die zischenden BMW 320 Turbo, sowie die Zakzpeed Escort BDA und Porsche Modelle aller Art, die hier Eindruck machten und unvergessen in meinen Kindheitserinnerungen auftauchen.

Ein Auto machte aber mindestens genauso viel Eindruck, mit offenem Flammrohr und aufgestellter Heckklappe standen die NSU TTS und TT den großen Rennern in nichts nach. Die Fahrzeiten waren gleich schnell oder sogar schneller wie die der großen Tourenwagen.

Einige Gesamtsiege der Tourenwagen konnten beim Sauerlandbergpreis mit dieser Rennsemmel eingefahren werden, wie Willi Bergmeister als Beispiel, ich meine es ist 1975 im Regen gewesen, aber fangen wir erst mal mit Slalom an, hier ein paar Bilder aus der damaligen Zeit!

                         

 

Bildschöne NSU TTS säumten damals das Fahrerlager und fighteten den Gesamtsieg unter sich aus. Hier beim Slalom Lipperbruch etwa 1974.

Einzig Herr Schliemann im BMW Eigenbau mit 2002 Motor und etwa 150 PS konnte den NSU TT/TTS gefährlich werden, es handelte sich im Prinzip um ein großes Kart mit BMW Motor. Autos normaler Hersteller konnten die NSUs nicht packen!!!

Hier ein Schmidt NSU aus dem Sauerland. Schmidt Tuning aus Freienohl gehört damals mit Siggi Spiess und Nothelle zu den besten NSU Tunern. Davor steht Harald Aring, er war einer der Anwärter auf den Gesamtsieg!

Mit Schlagjeans und langer Mähne wie damals üblich wurde der NSU TT an die Startlinie geschoben.

Auch er war Anwärter auf den Gesamtsieg und das im kleinen aber hochdrehenden NSU TTS. Friedhelm Rezun trieb mir als Kind immer Tränen in die Augen. Der NSU lärmte sodas man als kleines Kind Angst bekam natürlich mit offener Flamme.

Zuschauermassen gab es reichlich. Die Parcours waren damals sehr eng gesteckt und das bevorteilte natürlich die NSU Modelle. Hier ein BMW 2002 in der Strecke.

Warten auf den Start, David gegen Goliath aber keine Sorge zu 100 Prozent gewann der TTs.

Hier noch ein Bild vom Autoslalom Mastholte. Dieter Rotter hatte den NSU über die Jahre mächtig verbessert. Das hier muss kurz vor dem Wechsel auf Renault Alpine etwa 1977 gewesen sein. Der NSU lief aus der Homologation und war in diesem Fall technisch ausgereizt.

Auch auf dem Flugplatz Paderborn Ahden wurde gegen Ende der siebziger Jahre noch mit NSU gefightet. Hier mischte sich das Feld aber schon mit schnelle Audi 50 und Polo 1 und den Simca Modellen.

Hier ein von Nothelle getunter TTS im originale targa-orange.

Zu der Zeit gab es noch die Hubraumklasse bis 1000 Kubik, da waren die NSU noch unschlagbar. In den seltensten Fällen tauchten in unserer Region schnelle Fiat Abarth auf.

 Noch ein TTS.

Nun wechseln wir mit ein paar Bildern zum Sauerlandbergpreis nach Nuttlar. Dort finde ich in meinen alten Programmheften teilweise 30 NSU TT und TTS an der Startlinie.

             

Das Dingen ging am Start fast vorn hoch, wohl ein Nothelle Auto.

Kampf der Tuner: Spiess, Schmidt, Abt und Nothelle machten damals mit NSU alles klar. Hier ein bekanntes Schmidt Auto, Fahrer leider unbekannt.

Das Team um Johann Abt war auch im Sauerland angereist aus dem Allgäu, fuhr aber leider mit viel Arbeit wieder zurück in die Heimat.

                 

Die 1 Liter Klasse wurde in diesem Jahr von Nothelle beherrscht. Es könnte Heinz Tubbesing gewesen sein, ich müsste mal in den Rennprogrammen nachschauen.

Als dann die NSU Zeit bei Slalom und Bergrennen Ende der siebziger Jahre beendet war, vielen mir nach Jahren die schnellen NSU TT wieder im Speedway und im Autocross auf. In unserer Gegend und in Richtung Sauer und Münsterland war Autocross sehr verbreitet. Unvergessen für mich aus der Zeit Egon Ebeler, der mit seinem Feuerwehr rot lackiertem NSU TT die Käfer Eigenbauten mit dicken BMW und Porsche Motoren in Grund und Boden fuhr. Auch Turbomotoren von Ford (Eichberg Turbo) waren damals in den Käfern verbaut. Der schnelle NSU von Egon Ebeler soll auch von Spiess getunt worden sein damals. Auto Speedway war im Ruhrgebiet mehr verbreitet. Auf Strecke wie Gelsenkirchen, Nettetal, Recklinghausen und Baarlo fighteten etliche ehemalige Renn Prinzen um Pokale und Siegprämien in ihrem zweiten Renndasein. Nach diesen Erlebnissen in der Kindheit war klar, ein NSU muss her!!!! So kam ich zu der Marke NSU.

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