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In Osnabrück gibt es gleich zwei neue NSU Streckenrekorde, mehr im Bericht, Jörg Davidovic macht die Pace

Wir blicken zurück zum siebten NSU Bergpokal Lauf der Saison 2016. Die Karawane der 13 NSU zog es dieses Wochenende in die Borgloher Schweiz nähe Osnabrück zum 49. Osnabrücker ADAC Bergrennen. Auf diesen Termin freute ich mich schon das ganze Jahr, zum einen war es mein Heim Grand Prix, zum anderen ist es eine unglaubliche Leistung was der MSC Osnabrück rund um Bernd Stegmann hier auf die Beine gestellt hat! 216 Starter aus 16 Nationen säumten diese perfekt organisierte Veranstaltung!

Steffen Hofmann prescht im NSU 16V RPM 1150 zu Fabelzeiten......

12 NSU starteten im NSU Bergpokal und sorgten für viel Freude bei den zahlreich versammelten Zuschauern.

 Das I Tüpfelchen war dann doch Steffen Hofmann, der seinen NSU 16 V in der Klasse der verbesserten Tourenwagen ordentlich fliegen ließ und einen starken Eindruck hinterließ!


Starten wir mit dem Samstagstraining der NSU Meute und schauen mal was die Zeiten an diesem wettertechnisch optimalem Rennwochenende so hergaben!
Wir fangen an mit Manfred Steinwand, der seinen bekannt bildschön präparierten NSU TT in 1.27.842 den Berg hinauf brachte, in Trainingslauf 3 fuhr er seine schnellste Zeit. Manfred ist hier in Osnabrück schon unter 1.20 gefahren in den Neunziger Jahren, doch ihm geht es nicht darum hier zu gewinnen und schon garnicht darum seinen TT irgendwo in die Rabatte zu setzen, er trainiert auf der 12 Position.
Mit 1.25.025 schlägt ihn Bernhard Neuner um 2,8 Sekunden. Bernhard, der endlich mal wieder Zeit gefunden hat im NSU Bergpokal zu starten und nicht an Jutta Neuners NSU beim Autoslalom schaubt bildet so die elfte Position in 3 von 4 gefahrenen Trainingsläufen. Beim Hauenstein Bergrennen in knapp zwei Wochen ist es sogar geplant das Jutta und Bernhard mit zwei NSU TT an den Start gehen hoffentlich klappt es!
Auf der 10 trainiert Roman Szott der immer noch mit Reserve Aggregat unterwegs ist. In Lauf 1 nur mit drei Zylindern unterwegs tritt aber Besserung in den restlichen drei Läufen ein. Alle vier Zylinder machen nun mit und bringen Roman zu 1.23.667 Bestzeit, das sollte Rang 10 bedeuten.
Der Neuling im NSU Bergpokal Christoph Schwarz schlägt sich ganz hervorragend. Er steigert sich lässig über den ganzen Trainingstag und findet von Lauf zu Lauf einige Sekunden. Eine lockerer Ansaugtrakt nach Lauf vier muss bis spät in die Nacht mit Uwe Schindler und Frank Kleineberg repariert werden, denn Falschluft die der Motor durch eine lose Brücke ziehen könnte sind für Motoren fast immer tödlich. Nach zwei beschädigten Stehbolzen an den Vergasern, die Uwe Schindler durch Gewindestangen ersetzte die sich an seinem Trailer befanden und nun sehr guten Dienst am NSU Motor von Christoph leisten ermöglichen dem Pfälzer eine Weiterfahrt am Rennsonntag, die sich wie wir später sehen sehr lohnt. So bleibt Rang 9 mit 1.20.273, eine Klasse Leistung.
Die beiden nächsten Kontrahenten kennen wir schon durch Kämpfe die sich durch die  ganze Saison 2016 ziehen. Mike Vogel und Wolfgang Schwalbe hatten sich wieder gefunden, um dieses spannende Duell beim Osnabrücker Bergrennen weiter auszutragen. Mike, der mit neuen Slicks statt Sportreifen nun noch beherzter zu Werke gehen kann behält im Training knapp die Oberhand! Mike treibt seinen TT zu 1.18.413 während Wolfgang mit schneller Fahrt und Vorderrad in der Luft die Waldkurve hinter sich lässt und mit aller Kraft kontert. Wolfgang rast so zu 1.18.785. Die beiden Odenwälder bilden die Positionen 7 Mike und 8 Wolfgang am Trainingssamstag.
Weiter geht es mit Walter Voigt, der seinen NSU Spiess endlich mal wieder aus der Garage holte und bunt im Starterfeld mitmischte. Sein verbesserter 1150 er Polo wartet auf ein neues Getriebe und so kommt der standfeste NSU TT endlich mal wieder zu einer schnellen Ausfahrt! Walter trainiert mit 1.17 er Zeiten und stellt den Spiess Renner auf die sechste Position in diesem bunten Feld!
Auf der 5 trainiert der NSU Spezi und Schrauber Crack Uwe Schindler, dem hier ebenfalls nur ein KWR Reserveaggregat zur Verfügung steht, welches es aber ordentlich in sich hat! Uwe hatte es fertig gebracht in nur vier Tagen das Triebwerk zu tauschen und neu abzustimmen, so stand der weiten Reise zum nördlichsten Bergrennen der Republik nichts mehr im Wege. Uwe testet erstmal vorsichtig und probiert, aber nach erfolgreicher Einfahrt und sicherem Gefühl rast Uwe auf 1.14 er Zeit im vierten Trainingslauf. Eine herausgesprungene Zündkerze erforderte eine Gewindereparatur, die sehr umfangreich war, für Uwe aber kein Problem darstellte. Ein Trainingslauf blieb so aus.
Weiter geht es mit dem Kamikaze Piloten im schwarzen NSU TT aus der Eifel Alex Follmann. Alex, der am Fahrwerk in der Woche getüftelt hatte fand Besserung an diesem. Er ging wieder extrem zu Werke, während das Auto sich aber ruhiger liegend auf der Straße präsentierte. Die Abstimmung in der Woche hatte sich wohl gelohnt. Alex zeigte mit noch unterlegener Technik wieder maximalen Speed. Mit 1.14.648 fand er seine schnellste Zeit im dritten Bergaufstieg! Super Leistung Position 4.
Die Positionen 2 und 3 blieben den Nordlichtern im NSU Bergpokal vorbehalten! Frank Kleineberg, der sich mit seinem satt auf der Straße liegendem TT wie eigentlich immer hervorragend präsentiert kämpft mit seinem Kumpel Thomas Krystofiak im nun haftungststarken NSU 1200c um Zehntel Sekunden auf der Strecke. Das sollte kein einfaches Duell werden, denn Thomas hält mit neu gefundener Sicherheit dagegen und kontert heftig. Beide rasen locker in die 1.12 er Zeiten ,während Frank mit hervorragenden 1.12.139 das Ende wohl seiner Fahnenstange im TT präsentiert. Thomas hält mit 1.12.545 dagegen, die Ränge 2 Frank und 3 Thomas waren so ganz sicher gesetzt!
Auf Trainingsrang 1 Jörg Davidovic, der seinen NSU TT Davidovic schon in Streckenrekordnähe treibt und das im Training. Ganze sechs Zehntel blieb Jörg über diesem Rekord mit 1.11.113 eine fantastische Leistung wie ich fand! Am Abend äußert sich Jörg über mangelnden Gripp an der Hinterachse, da diese zu weit ausfedert und in engen Kurven die Traktion ordentlich verhindert! Dieses fiel mir gerade in der Zielkurve auf, für mich stellte sich das ehr als absolutes Limit da. Jörg der immer cool bleibt in solchen Situationen sagte da geht noch was ,ich stell da morgen mal was um an der Hinterachse und ich dachte wo soll das zeitlich denn noch hinführen, starke Fahrt P1 mit  Fabel Trainingszeit.

 

Bei Christoph Schwarz wurde vor Mitternacht noch heftigst geschraubt mit Uwe Schindler und Frank Kleineberg

während man woanders das grillen bevorzugte mit Live Musik von Lea Davidovic weitere Bilder von der Strecke folgen morgen......


Nun blicken wir zu den verbesserten Fahrzeugen der Hubraumklasse bis 1150 Kubik in der Steffen Hofmann seinen NSU 1150 RPM 16 V präsentiert und ich darf es vorwegnehmen an diesem Wochenende alle sechs Läufe in diesem Infernalo TT nach oben bringt! Zwar steht er bärenstarken Polos gegenüber, die mit deutlich mehr Spitzenleistung glänzen, doch das alles hält Steffen nicht davon ab im TT alles möglich zu tun um dagegen zu halten! Auf der Strecke blieb kein Auge trocken, Schaltdrehzahl 9600 Umdrehungen, dazu das knackige Sechsgang Getriebe, das Auto ist nicht nur eine Augen sonder auch eine Ohrenweide! Position 3 war drin in der Klasse der Hubraumzwerge. Steffen trieb den TT zu 1.11.3 und zeigte sich am Abend recht zufrieden. Er meinte ,da müsse mehr gehen, die 1.10 müsste fallen, das wäre wahrhaft stark ,ich hielt die Daumen für den Renntag!
Am Abend wurde dann gegrillt auf der einen Seite während parallel mit Christoph, Uwe und Frank bis nahe 24 Uhr repariert wurde. Nach erfolgreicher Reparatur am Schwarz TT trieb es die Gemüter dann wohlverdient in die Betten.

Nun beschreiben wir den Rennsonntag und wir blicken auf die Strecke. Vorwegnehmen kann ich das alle NSU Piloten die Trainingszeiten steigern konnten und sich ordentlich verbesserten.

 
Los ging die Jagd nach Zeiten in drei Wertungsläufen mit Manfred Steinwand. Der Schorndorfer brachte alle Läufe sauber hoch und zeigte seine schnellste Einzelfahrzeit in Lauf 2 mit 1.25.880. Im Gesamt konnte sich Manfred, der es noch recht eilig hatte nach Wilfried Temme zum Geburtstag zu kommen, dem wir von hier noch ganz herzlich nachträglich gratulieren Position 12 behaupten mit einer Gesamtfahrzeit von 4:18.936 Minuten!
Auf der 10 und 11 wurde es sehr spannend. Bernhard Neuner und Roman Szott duellierten sich auf gleichem Niveau. Bernhard, der noch satte drei Sekunden pro Rennlauf gegenüber dem Training finden konnte stämmte seinen TT zu 1.22.745 Laufbestzeit, während Roman mit 1.22.731 haarscharf die beste Zeit der beiden herausfahren konnte. Im Gesamt aber zeigte sich ein anderes Bild in dem Bernhard knapp die Oberhand behalten konnte, wobei beide bis auf etwas mehr als 2/10 Sekunde im Gesamt Ranking für mich ein Patt lieferten! Bernhard fuhr mit 4:09.272 Gesamt Rang 10 ein gegenüber Roman der mit 4:09.470 auf der 11 konterte!
Nun kommen wir zu Christoph Schwarz, der in der früh etwas ruhiger zu Werke ging und seinen TT nach der Reparatur am Abend zuvor erstmal antastete! Der Test verlief zuversichtlich und so konnte in Lauf 2 und 3 mächtig angegast werden. Angegast ist das richtige Wort, denn Christoph dominierte in diesen beiden Läufen über die NSU Haudegen Mike Vogel und Wolfgang Schwalbe, einfach unglaublich und das bei ersten Rennen in Osnabrück überhaupt, Wahnsinn. Die Zeiten pendelten sich bei 1.16 ein stark! Mike und Wolfgang lassen sich jedoch die Butter nicht vom Brot nehmen, da sie am Morgen schon richtig hinlangten, wo Christoph noch vorsichtig agierte. 1.17 er Zeiten waren für die beiden über den Tag kein Problem und so gestaltete sich das Endergebnis denkbar knapp wie folgt, Wolfgang auf der 5 mit 3:52.969 vor Mike mit der 8 und 3:53.706 und dem starken Christoph, Hut ab wirklich auf der 8 mit 3:54.875 und den besten Zeiten der drei klasse, Spannung pur!
Ein ungefährdetes Rennen fuhr Walter Voigt auf einer sicheren sechsten Position. Der bekannte Ehrgeiz des Konzers eine 1.15 in den Asphalt zu stempeln ging  prompt auf. Mit zwei  1.15 er Aufstiegen in Lauf 2 und 3 sicherte sich Walter im Spiess NSU ganz klar die sechste Position. Mit 3:48.582 Gesamtzeit in der Tasche konnte er mit seiner Frau Brigitte ich denke zufrieden die weite Heimreise antreten!
Zufrieden dürfte ebenfalls der schwarze Eifelblitz sein, mit dem Alexander Follmann gemeint ist! Was er hier hinzauberte war für ihn üblich, die Grenzen seines NSU mussten physikalisch ausgelotet werden .Mit 1.13.659 gelang ihm das hervorragend, er rast hier auf seine Bestzeit überhaupt, recht nah an der Spitze der schnellsten TT Treter, die auf dem
Podium ihr Unwesen treiben. Alex prügelt den TT zu 3:41.964 Gesamtzeit auf Position 4!
Schönes Heck, Bernhard Neuner war weit nach Osnabrück gereist um den Uphöfer Berg zu erklimmen
 
Auf der zwei , drei  und der vier, wir erinnern uns an den Trainingstag zurück die beiden NSU Treter aus dem Norden der Republik. Was die beiden hier klar machen ist mehr als sehenswert!  Zwei werden aber zu dreien, denn Uwe Schindler mischt heftigst im Reigen um die besten Stockerlplätze mit und das mit Reservetriebwerk! In Lauf 1 noch recht zivil feuert Uwe dann in 2 und 3 zwei 1.11 er Zeiten hinaus, die beste mit 1.11.824. Dagegen hält Frank Kleineberg mit deutlich schnellerer morgendlicher Zeit in Lauf 1. Drei 1.12 Zeiten die tiefste mit 1.12.007 kündigen ganz klar das Ende des Machbaren für Frank Kleineberg an, ähnlich wie Alex Follmann zeigt er die Grenzen vom Auto auf. Nummer drei ist ein wie entfesselt fahrender Thomas Krystofiak, der es in Lauf 1 mit Jörg Davidovic aufnimmt und 1.11.009 hinhaut. Das sind 7/10 über Streckenrekord im NSU 1200, na wenn das nichts heißt, blendend Thomas, darauf folgen eine weitere 1.12 er und 1.11 er Zeit! Wie sieht denn nun das Gesamtklassement für die drei aus, Thomas holt doch recht deutlich mit perfektem ersten Run und 3:35.009 den zweiten Platz auf dem beliebten Podest in Osnabrück. Frank Kleineberg liegt dahinter mit konstantem Ritt über den Tag im TT mit 3:36.652 und Uwe der mächtig aufholt in Lauf 2 und 3 mit 3:37.285. Für alle drei gilt super gefahren besonders freut es mich für Thomas Krystofiak er ist drin im Spiel um die Spitze, so soll es sein!
Auf der 1 Jörg Davidovic ,der vehement zu Werke geht und das weiße Geschoss am absoluten Limit bewegt. In Lauf 1 mit noch langen Ausfederungswegen stürmt der Odenwälder spektakulär anzuschauen auf 1.10.743 und dominiert schon so. Nach Fahrwerksoptimierung zu Lauf 2 und 3 prügelt er den NSU TT aber zum neuem NSU Streckenrekord in Osnabrück, eine Wahnsinnsvorstellung von Jörg, der Steffen Hofmanns alten Rekord knapp einstellt! Beim Blick auf die Digitaluhr zu Rennlauf 2 verkündet das Display 1.10.330, ein perfekter fehlerfreier Bergaufstieg auf Messers Schneide mit fantastischer Beherrschung im Davidovic TT muss das gewesen sein. Der dritte Lauf wird sicher und sauber hochgebracht, der Klassensieg war Jörg sowieso nicht mehr zu nehmen! Mit 3:32.672 dominiert er deutlich und siegt. Nun befindet sich Jörg Davidovic mit Steffen Hofmann klar auf Meisterkurs für das Jahr 2016. Die letzten drei Veranstaltungen werden bestimmt noch für reichlich Spannung sorgen, denn die Konkurrenz schläft nicht und ist nah dran.
Vergessen will ich aber keineswegs den Mann, der am NSU 16 V herum tüftelt und diesem Triebwerk schnelle, aber vor allem standfeste Manieren beibringen will! An diesem Wochenende gibt es eine deutliche Steigerung zu vermelden. Der Hofmann TT inclusive RPM 16V bringt alle Läufe nach oben und begeistert die Zuschauermassen. Jedoch plagen andere Probleme, wie eine während der Fahrt einfach einsetzende Bremse an der Hinterachse das Geschehen für eine Top Platzierung auf dem Podest in der Hubraumklasse bis 1150 Kubik. In Lauf 2 gelingt Steffen Hofmann mit einem fehlerfrei funktionierendem Gefährt endlich ein sauberer Aufstieg zum knapp über 2000 Meter entfernten Ziel. Steffens NSU kann und möchte ich nicht mit den 8 Ventil NSU Fahrzeugen vergleichen, da diese auf der einen Seite leichter sind und mehr Hubraum haben auf der anderen Seite eben nur vier Gänge und 8 Ventile!
Trotzdem versuche ich die Bergauffahrt zu Lauf 2 und 3 zu beschreiben! Da geht's los am Start infernalische Drehzahl Klangkulisse einfach gigantisch. Die Gänge werden durchgehauen das es nur so kracht. Traktionsprobleme gibt es nicht , da wo Polos und Fiats lupfen bleibt Steffen im TT am Gas, er klebt auf der Piste wie man es von optimal vorbereiteten NSU TT kennt. Nun kommt die große Frage was zeigt das Ergebnis, wie schnell kann man diesen TT bewegen. Die Antwort von Steffen in Lauf 2 ist verblüffend! Neuer NSU Streckenrekord mit einer Bestzeit von 1.10.220( allerdings für NSU 1150 16V Fahrzeuge) das kann sich doch alles sehen lassen mit 1 Sekundenabstand zu den Polos in diesem Lauf ,die mit bis 160 PS seit Jahren die Pace machen in dieser Klasse! Alles in allem kann man zufrieden sein ein schönes Wochenende mit vielen neuen und spektakulären Eindrücken. Man sieht sich in 2 Wochen in der bayrischen Rhön zum Hauenstein-Bergpreis Nähe Fladungen!
 
Die Siegerehrung mt Thomas Krystofiak, Jörg Davidovic, Frank Kleineberg und Uwe Schindler...von links

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