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Autospeedway am Rande des Ruhrgebiets

Zum Jahresende schauen wir noch mal zurück in die Vergangenheit der NSU Ära. Den Autospeedway der NACO in Baarlo, Gendt, sowie Gelsenkirchen haben wir bereits beschrieben.
Jetzt schauen wir mal zum Vestlandring nach Recklinghausen Hochlamark und Nettetal Kaldenkirchen ,wo der ASCN Autospeedwayclub seine Rennen ausgetragen hat.

Eine traumhafte Kulisse in Recklinghausen mit den Hot Rods

In Recklinghausen liefen die Speedway Veranstaltungen bis 1981 und in Nettetal Kaldenkirchen wurde bis 1987 gestartet!
Es waren zwei verschiedene Klassen ausgeschrieben, die für NSU Fahrzeuge sehr interessant waren. Erst gab es die Hot Rod Klasse mit Fahrzeugen bis zwei Liter Hubraum. Dort tummelten sich die NSU Fahrzeuge, der Vorteil gegenüber anderen war natürlich das geringe Gewicht.

Aber in Nettetal ging es richtig ab, Peter Stahr im NSU gegen die zwei Liter Streitmacht

Peter Stahr zum Beispiel trat mit NSU Motoren an, die er in dieser Klasse mit K 70 Kurbelwellen auf nahezu 1600 Kubikzentimeter brachte.

Wegmann im Kampf mit den Engländern


Eine andere Lösung fand Jürgen Wegmann, der gleich getunte K 70 Motoren mit bis zu 1800 Kubik in das Heck seines bekannten Renners verpflanzte und den Wasserkühler mit langen Leitungen im Auto hinter einem gelochten Frontblech platzierte!
Weitere NSU TT mit Erich Caplan oder Dieter Protze verbauten 1300 Kubik Spiess Motoren und versuchten so gegen das restliche Starterfeld zu bestehen.

Das ging gerade noch so gut mit Dieter Protze in Recklinghausen.

Das weitere Feld bestand vorwiegend aus BMW 2002 und Ford Escort Rs 2000. Gerade die Fords waren sehr schnell, gerne kamen die Engländer mit diesen Waffen über den Teich und heizten den deutschen mächtig ein. Die stärksten 8 Ventil Motoren der Fords leisteten damals schon knapp über 200 PS. Gern gefahren wurden auch VW Käfer in dessen Hecks BMW 2 Liter Aggregate verpflanzt wurden. Schnell war ebenfalls Horst Pungartnik, der ein Glas Coupé einsetzte ,ebenfalls mit BMW Technik. Die schnellen VW Golf waren ebenso präsent, als Beispiel sei Heino Studt genannt, der auf Nothelle Technik setzte.

Recklinghausen, ganz vorn der infernalische Nothelle Golf 1


In der Deutschen Meisterschaft 1983  als Beispiel lag Horst Pungartnik mit zwei Zählern vor Peter Stahr , dessen NSU Motor über die Saison aber schon ordentlich gelitten hatte. In den ersten Drei bis vier Runden waren die NSU fast unschlagbar schnell. Danach wurden die Motoren durch die hohe Dauerbelastung heiß, da zu 90 Prozent Vollgas gefahren wurde. So bauten die hitzigen Triebwerke Leistung ab und Horst Pungartnik holte den Titel in 1983.

Zeitgenössisch wurde angereist Friedhelm Hellen mit C Coupe und NSU TT

Typisch in Kaldenkirchen Jürgen Wegmann gegen Horst Pungartnik

Einzig Jürgen Wegmann konnte zu diesem Zeitpunkt der Runden die Spitze der Ford und BMWs halten, doch sein Wassergekühlter TT litt häufiger an anderen technischen Problemen. Wenn er sauber durchkam stand er auf dem Podest.

Voll waren die Ränge im Ruhrgebiet, es wurde hier nicht nur hart gearbeitet, sondern reichlich Motorsport betrieben an den Wochenenden

Zu einem späteren Zeitpunkt führte man die Mini Rods ein, das waren verbesserte Tourenwagen bis 1.3 Liter Hubraum. Aus dieser Klasse ging die Sprintklasse hervor, die bis heute noch an den Start geht. Man erschuf diese Klasse um die vielen schnellen Simcas, Polo, Mini und natürlich NSU Fahrzeuge zu erhalten, so äußerte sich Stephan Stahr, der Sohn von Peter Stahr in einem ausgiebigen Telefongespräch gestern Abend. Hier waren die Rollen dann wieder gerechter verteilt und jeder dieser Fahrer konnte auf das Podest fahren. Volker Timm oder Addi Fiege waren Spezialisten die ihre Simca Rallye sehr schnell bewegten. Ich erinnere mich noch an den Simca Tuner Grünewald aus der Nähe von Hamm, der diese Autos im Slalom und  Speedwaybereich tunte und mit den Kurzhubmotoren zum Schluss fast 140 PS mobilisierte.

Ein schöner NSU, der Fahrer ist mir leider nicht bekannt


 Bei den NSU Fahrzeugen war Peter Stahr der Favorit, der seine Motoren zum größten Teil selber baute, im selben Atemzug sei sein Kollege Helmut Strömer genannt, der ebenfalls sehr flink die NSU Fahrzeuge bewegte. Durch schnittige Fahrweise war Peter vom Start weg der Sieg oft nicht mehr zu nehmen. In den 180 Grad Kurven der Speedwayovale fanden die TT klar ihre Vorteile in Sachen Traktion. Auf den schnelle Geraden waren die Polo/Audi 50 im Vorteil, da etwas mehr Leistung mobilisiert werden konnte!

Es geht nicht immer gut, wie hier in Recklinghausen, es wurde hart gekämpft, Ehrgeiz war genug vorhanden..........

Wegmann im Glück, Strömer im Pech, etwa 10 Minuten dauerten die spannenden Rennen

Im Ausgang  des Jahres 1987 war es dann vorbei, nach Europa und sogar Weltmeisterschaftsläufen in Nettetal Kaldenkirchen fand die Speedway Ära dort ein Ende und das obwohl teilweise 20000 Zuschauer an den Hängen des Ovals verweilten!

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