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NSU und Autospeedway in Baarlo gehörten zusammen...

Wir blicken zurück in die Siebziger, Achtziger sowie frühen Neunziger Jahre und schauen uns erneut einmal die Autospeedway Szene an. Dort fanden die heißen NSU TT Rennfahrzeuge einen neuen Wirkungskreis, nachdem sie aus der Homolgation des deutschen Motorsports herausgefallen waren. Das geschah im Jahre 1977.  Diese Ovalrennen wurden vorwiegend im Ruhrgebiet und in den Niederlanden gefahren. Die Rennstrecken waren oft aber nicht immer Ovale mit etwa 1000 Metern Gesamtlänge.

Kann sich jemand noch vorstellen was hier los war, wenn die NSU TT mit offenen Flammrohren losgelegt haben??Baarlo 1980

Meist gab es drei Vorläufe sowie einen Endlauf. Da hieß es für die sehr hochgezüchteten NSU Triebwerke oftmals 10-15 Minuten nur noch Vollgas! Der Vorteil der NSU TT und TTs waren früher wie heute das geringe Gewicht,

 sowie das moderne Antriebskonzept mit dem Motor auf der Hinterachse und dem Fahrwerk mit Einzelradaufhängung rundherum! Das sollte ordentlich Traktion bringen auf diesen schnellen kurzen Strecken.

Wenn der kam wurde es gefährlich Heinz Wegmann aus Recklinghausen, hier im Jahr 1984...

Ende der Siebziger Jahre gab es noch eine reine NSU Klasse. Die schnelle Prinzengarde war noch unter sich. Diese dünnten sich aber mit den Jahren aus ,da NSU Rennteile mittlerweile rarer wurden und es einfacher war VW Polos und Fiats zu tunen. So entstand die 1,3 Liter Sprint Klasse, in der auch andere Fahrzeughersteller ab 1982 die NSU Fahrzeuge aufmischen durften. Ab und zu wurde in getrennten Klassen gefahren bis 1150 Kubik und bis 1300 Kubik, vorwiegend aber beim Autospeedway Rennen auf Zeche Alma in Gelsenkirchen.
 
Zeche Alma und feuer frei vorn Blumhagen vor Kutzner und Stanscheidt im Sportprinz mit TT Technik
 
In der kleinen Klasse mischten sich die NSU TT mit Hillmann IMP, VW Polo, Fiat Abarth oder Simca Rallye, genau wie bei den 1.3 Litern. Die 1,3 Liter waren aber Standart und gingen überall an die Startlinie . Ich erinnere mich sogar noch an Rennen in Honsdorf, wo eine 1 Liter Klasse ausgefahren wurde und die NSU Fahrzeuge dort ebenfalls eines der gefragtesten Rennfahrzeuge waren. 
 
 
Wieder ein Sieger im NSU TT es dürfte Rolf Silberberg gewesen sein
 
Bildschönes schnelles Auto. Die NSU TT von Eitrich und Kutzner aus Dortmund waren in gold/rot/schwarz abgesetzt
 
Da wir von Oscar Hoogendoorn und Mat Gulikers aus den Niederlanden neue Bilder aus dieser Zeit bekommen haben fangen wir mit einem Bericht vom Autospeedway in Baarlo/ Niederlanden an. Dort fuhren die NSU TT in den späten Siebzigern bis in die frühen Achtziger Jahre natürlich ebenfalls ihre eigene Klasse aus. Als sich Anfang der Achtziger Jahre die VW und Fiat Fraktion, sowie Simca Konkurrenz dessen Motoren auch in die Hillmann IMP gebaut wurden einmischten war es nur noch für die bestens vorbereiteten NSU Rennwagen möglich Siege einzufahren. Davon gab es jedoch einige zu dieser Zeit und wie so oft entschied auch hier schon das Geld, aber auch die penible und feine Eigenentwicklung der Motorenteile über Sieg und Niederlage. In den frühen Achtziger Jahren war noch das Deutsche NSU TT Trio mit Heinz Wevelsiep ,Wolfgang Zilch und Franke aus Bochum sehr erfolgreich.
Der Clan um Franke aus Bochum war schnell, zu erkennen an den Startnummern 44,55,66,77 und 88
 
Wolfgang Zilch war es, der sich vorwiegend um die Motoren aufgebaut mit Spiess Rennteilen ,kurzen Kolben, Doppelzündung und Fahrtwindkühlung sowie Nadel gelagerten Kipphebeln kümmerte. Dagegen hielt Rolf Kutzner aus Dortmund, der wohl einem Motorrad Tuner seine Triebwerke überließ. Hier erhielt wohl auch Heinz Paschen im goldenen NSU seine Technik. Die Niderländer waren mit Jan Slijpen, er wechselte später auf VW Golf, sowie Willy Wubbels, der mit Ahnendorp Tuning Aggregat antrat und Nico Deinum sehr erfolgreich. Die Meister jedes Jahr wechselten ständig zwischen diesen beiden Ländern, es war ein interessante und gern gesehene Klasse. Vergessen möchte ich natürlich nicht den schnellen NSU von Rolf Silberberg, der später einfach "windschnitter" gestaltet wurde, indem er vorne abgeflacht und erneut zusammengeschweißt wurde, um auch das letzte Quentchen an CW Wert nicht zu verschwenden. Gleiches konnte man zu der Zeit häufiger ebenfalls im Autocross beobachten.
 
Die Niederländer mischten mit hier Nico Deinum vorm Franke/Zilch Renner, eines dieser Fahrzeuge war ebenfalls ein ehemaliges Spiess Werks Auto
 
Mitte der Achtziger Jahre trieb ein gewisser Heinz Wegmann in Baarlo sein Unwesen und führte den NSU TT von einem Klassensieg zum nächsten. Er besaß einen Motorrad Verkauf und Tuning Betrieb in Recklinghausen. Heinz setzte sein Wissen konsequent in die NSU Motoren um und brachte die Technik auf Vordermann! Motorblöcke und Zylinderköpfe wurden zum Schluss neu gegossen. Sie kamen aber soweit ich das weiß nicht mehr zum Einsatz, da Heinz sich auf seine Suzuki Werkstatt konzentrierte und das Tuning an den schnellen NSU Speedway Motoren dem Beruf zum Opfer fiel. Zum Einsatz kamen wohl noch die ganz raren Spezialzylinderköpfe, die aus Rohlingen erstellt wurden, dem entsprechend fix war dieses Fahrzeug! 
                  
Gefahr auch aus Dänemark, Ivan Hansen und Age Matthiasen kamen mit den schnellen Einspritz NSU TT
 
Die Dänen wollten sich ebenfalls nicht lumpen lassen in dieser Klasse und mischten eifrig mit. Wann immer erst Ivan Hansen oder später Henrik Haase bis etwa 1988 mit ihren bestens vorbereiteten Einspritz Spiess NSU TT auftauchten hatte die Konkurrenten aller Autohersteller meist das Nachsehen, wenn die Technik hielt! Ihnen wurde oft zu viel Hubraum nachgesagt, weil sie extrem schnell waren und oft die aktuelleren VW Modelle ordentlich im Griff hatten. Ob ein mehr Hubraum jemals bewiesen werden konnte  ist mir leider nicht mehr bekannt. 
 
Der VW Killer Henrik Haase aus Dänemark brachte in den späten Achtziger Jahren den wohl schönsten und schnellsten NSU nach Baarlo
 
Als die VW Modelle dann mit der neueren und stärkeren Zylinderkopfgeneration antraten und Leistungen von etwa 150-160 Ps mobilisiert werden konnten wurde es für die leichteren NSU Fahrzeuge eng. Der letzte Mann der in Baarlo noch auf das Podium fahren konnte war bis In die frühen Neunziger Jahre Rainer Zurhausen aus Bottrop. Damit war das Lied der schnellen NSU TT Fahrzeuge in Altenholz/ Baarlo fast zu Ende geschrieben. Ende der Neunziger Jahre tauchte immer mal wieder ein NSU TT auf, der aber technisch nicht mehr konkurrieren konnte. Somit schließt sich ein weiteres Kapitel bei dem die NSU noch lange Jahre ordentlich abgeräumt haben. 
 
Baarlo 1980, laut bunt schnell die Prinzen Garde
 
Hier ein Bild aus der Mitte der 1980er Jahre, Detlef Stanscheid, Dieter Protze und Heinz Paschen sowie Rainer Zurhausen auf NSU TT scheuchten die schnellen VW Polo
 
 
Im nächsten Bericht, der für diesen Winter geplant ist widmen wir uns einem Speedwayfahrer im NSU TT der 1.3 Spiess Motoren noch mit Turbolader weiter auf Trab gebracht  hat, zudem blicken wir nach Gelsenkirchen zum Autospeedway.

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